Babyboom – Teil 1

Gerade sind gefühlt fast alle Freundinnen und viele Bekannte von mir Schwanger. Einige mit dem zweiten aber die meisten mit dem ersten Baby. Und da gibt es so viele, unendlich viele Fragen die sich eine Erstlingsmama stellt. Über „unseren Erziehungsstil“ habe ich schon viel berichtet. Heute möchte ich eine kleine Zusammenfassung schreiben (alte Blogeinträge verlinken), damit alle Mamas und werdenden Mamas (die das möchten) auf die schnelle vielleicht schon die meisten Fragen beantwortet bekommen. Zumindest die, wie wir es machen. Hier in der Holzhütte.

Erstmal möchte ich nach über zwei Jahren „Attachment Parenting“ ein kurzes Resümee ziehen. Was hat es uns gebracht? Viel! Sehr viel!!! Ich bin jeden Tag wieder Dankbar dafür, dass wir unser Mädchen nach diesen (perfekt für uns passenden) Grundsätzen der bedürfnisorientierten Erziehung aufwachsen lassen können. Gerade jetzt in der Anfangszeit der Fremdbetreuung haben wir sehr stark gemerkt, dass unser Herbstmädchen ein großes Urvertrauen in uns und die Welt hat. Genau das, was man sich wünscht. Sie ist aufgeschlossen, lieb, neugierig und wirklich sehr unproblematisch. Ich schreibe das zu großen Teilen durchaus dem vielen Tragen, Stillen, dem Familienbett zu. Denn so hat sie immer gewusst, ihre Bedürfnisse (die in diesem zarten Alter so -überlebens-wichtig sind) werden immer und sofort gestillt. Wir sind immer für sie da. Wie unsere Erfahrung nach 21 Monaten ausgesehen hat, könnt ihr hier nachlesen.

Wo soll ich nun beginnen. Vielleicht mit dem Elementarsten:

Stillen. Das Herbstmädchen ist mittlerweile 26 Monate, ich bin schwanger und trotzdem stillen wir noch. Maximal zweimal in 24 Stunden und ich glaube auch, da ist nicht mehr viel zu  holen. Und trotzdem ist es ihr wichtig. Zum einschlafen. Sie schläft nicht direkt an der Brust ein, aber ich habe durchaus das Gefühl es bringt sie runter. Danach kann sie an mich gekuschelt einschlafen. In der Nacht verlangt sie nicht mehr danach. Ich bin gespannt wann für uns Schluss ist mit stillen. Es gibt so viele (negative) Mythen rund ums stillen, von einigen habe ich hier berichtet. Auch stillen in der Öffentlichkeit gehörte lange für mich dazu. Mittlerweile ist es nicht mehr nötig, aber lange haben wir das gemacht. Auch Mütter die nicht stillen können natürlich trotzdem das Bedürfnis nach Nahrung und Geborgenheit stillen. Indem sie ihr Kind eng an sich nehmen, kuscheln, füttern und nicht einfach blind die Flasche hinhalten. Ich habe schon in allen anderen Beiträgen erwähnt, dass ich niemanden verurteile der nicht stillt. Für MICH war es so wichtig. Ist es noch immer so wichtig, aber das darf trotzdem jede Familie für sich selber entscheiden.

Tragen. Auch getragen wird noch fleißig. Ich lege jeder werdende Mama oder frischgebackene Mama die tragen möchte eine Trageberatung ans Herz. Dort wird euch gezeigt wie ihr euer kleines Baby richtig und gesund tragen könnt und welche Tragetücher oder Tragehilfen geeignet sind. Da ich sowohl von Bekannten als auch von Bloglesern oft gefragt werde welche Tragehilfen sich denn besonders eignen: Es ist immer individuell, kommt auf Größe, Statur und Empfinden des Tragenden und natürlich auch des Babys an. Grundsätzlich habe ich tolle Erfahrungen mit Frl. Hübsch Mei Tai, Mysol, Emei, Huckepack und Buzzidil gemacht. Wenn euch eine Trageberatung zu teuer ist, lasst euch zur Geburt einen Gutschein schenken, eine Beratung ist sein Geld wirklich wert. Wo ihr eine Beratung in eurer Nähe finden könnt? Beispielsweise hier oder hier.

Grundsätzlich möchte ich auch nach 26 Monaten noch immer behaupten, Tragen hat uns so oft den Alltag erleichtert. Auch heute noch, wenn das Herbstmädchen mittags müde ist und einfach nicht in den Schlaf findet, ab auf den Rücken, Staubsauger an und 2 Minuten später gute Nacht mein Schatz…

Familienbett.  Dazu habe ich eigentlich gar nicht mehr so viel zu sagen, unsere Erfahrung könnt ihr hier, hier und hier nachlesen. Auch wenn das Maikäferchen hier bei uns ist, wird das Herbstmädchen weiter bei uns im Familienbett schlafen. Erst wenn sie selber bereit dazu ist und das möchte, wird sie in ihr Kinderzimmer umziehen. Aber das eilt ja zum Glück gar nicht.

Ganz grundsätzlich finde ich, wir Mamas oder Eltern allgemein sollten uns das Leben nicht unnötig schwer machen. Warum sollte ein drei Wochen altes Baby allein in seinem Zimmer schlafen? Oder im Stubenwagen vor sich hin weinen, während ich koche? Das muss doch alles nicht sein. Nehmen wir die Bedürfnisse unserer Babys wahr, dann läuft doch auch unser Alltag viel harmonischer. Nur weil vielleicht „äußere Zwänge“ oder ungeschriebene Gesetze sagen, „so gehört sich das aber nicht, ihr verzieht euer Kind“… Ja und wenn schon. Es ist doch mein Kind. Seid mutig, seid stark und steht hinter eurer Entscheidung für euer Kind dazusein. Lasst euch nicht ins Handwerk pfuschen, wer weiß besser was gut für euer Kind ist als ihr? Sicher nicht die Oma der Nachbarin des Schwagers. 

Ich möchte in den nächsten Tagen und Wochen noch weitere Blogeinträge zum Thema schreiben, gibt es spezielle Themen die euch interessieren? Geplant ist auf jeden Fall noch eine Zusammenfassung zur Erstausstattung, Schnuller, Hausapotheke, Stoffwindeln, Baby Led Weaning, Buchtipps, Kindersitze, Impfen und Medikamente, Versteckte Gifte in Babyartikeln etc.

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7 Kommentare zu “Babyboom – Teil 1

  1. Auf die weiteren Beiträge freue ich mich! Lese deinen Block schon länger (bin zufällig wegen dem Bau eines Holzhauses darauf gestoßen). Im April steht auch bei uns der erste Nachwuchs ins Haus! Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Wunder!

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  2. So oder so ähnlich machen wir das auch mit unserem Nachwuchs (5 Monate, Erstlingseltern ;)). Wir schreiben seine Ausgeglichenheit auch dem sofortigen Reagieren auf seine Bedürfnisse zu. Ihn macht es zufrieden und wir sind glücklich :) Schade, dass manche äußern, man würde sein Kind verziehen. Ich antworte hier immer direkt: Verziehen ist das Erfüllen von (sinnlosen oder nicht notwendigen) Wünschen und nicht das stillen eines Bedürfnisses. Alles Gute für die kommende Zeit :)

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    • Danke für den schönen Artikel!

      Ein Patentrezept für ein entspanntes Baby ist das trotzdem nicht … wir haben es bei unserer zweiten Tochter genauso gemacht, dennoch war sie ein ziemlich unzufriedenes, unausgeglichenes Baby, obgleich alle Bedürfnisse sofort erfüllt wurden, sie gestillt, getragen, familiengebettet, stoffgewickelt, … wurde. Inzwischen ist sie drei, deutlich entspannter und ausgeglichener, aber noch immer ein Kind, was es mit sich und der Welt eher schwerer hat.
      Bei Kind drei machen wir es auch wieder alles genauso – er ist entspannt und ausgeglichen. Kinder sind auch einfach verschieden :)

      Ich wünsch Dir eine wunderbare Schwangerschaft und alles, alles Gute!

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  3. Mich macht es immer wieder glücklich über so viel Liebe zu seinem Kind und Vertrauen in sein Bauchgefühl zu lesen!
    Ich habe mir bei unserem ersten Kind viel reinreden lassen und wir hatten wirklich eine fürchterliche Anfangszeit, unser Sohn hat nur geweint, ich war so unglücklich, verzweifelt und hatte das Gefühl gar keine erfüllende Verbindung zu meinem Baby zuerlangen…auch meinen Mann hat es sehr mitgenommen mich soviel weinen zu sehen.
    Es war ein langer, schwieriger Weg mich von allen Ratschlägen und Meinungen loszureißen, schräge Blicke und genervtes Gestöhne zu ignorieren und mich ganz auf meine Intuition zuverlassen, doch dies war genau richtig!Unser Sohn entspannte sich zunehmends, wurde ruhiger, ausgeglichener und schien endlich zufrieden…es war so wundervoll!
    Und entgegen aller, die gedacht haben unser Sohn würde ein Einzelkind bleiben, weil wir ja so „geheilt wären mit solch einem Kind“ (es hat mich damals fast zerissen solch Worte über mein Baby zu hören), schreibe ich diese Zeilen während ich unser drittes Wunder in der Schlaf stille. ;)
    Ich finde es so wunderbar wie ihr es macht!

    (Ich möchte aber auch anmerken, dass dies nicht bedeutet das „andere Wege“ falsch oder weniger gut sind, wichtig ist, das es jedem damit gut geht!Und genau das ist wichtig, das alle Eltern in sich selbst vertrauen und ihren Weg gehen und genau das ist hier immer wieder zu lesen.)

    Ich lese hier so gerne mit und freue mich wirklich sehr über das zweite kleine Wunder was in dir entsteht und denke gleichzeitig, das kann doch alles nicht sein, ist das Herbstmädchen nicht grad erst gefühlt geboren!? :D

    Ich wünsche dir/euch weiterhin ganz viel Kraft für die Schwangerschaft, noch zahlreiche Wunder und unendliches Staunen mit eurem Herbstmädchen!

    Fröhliche Grüße,
    Julia (seit Ewigkeiten nur stille Leserin ;) )

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    • Das stimmt. Da gebe ich julia vollkommen recht. Als erstlingsmama ist man oft noch so verunsichert, dass man sich auch von leuten dreinreden lässt, die einen eigentlich von berufswegen unterstützen sollten, aber es nicht tun. Man braucht eine gewisse zeit, um die eigene selbstsicherheit zu finden. Was ich zu 100 prozent auch empfehlen kann: tragen und familienbett. Es wäre schön, gerade in der anfangszeit, mehr ermutigung zu bekommen und auch „alternative“ hilfestellungen …. Soviele möglichkeiten gibt es… Und für jeden ist sicherlich etwas dabei. Und es stimmt. Es gibt nicht „DIE“ lösung, es gibt für jede zeit, phase, familie etwas passendes :-)

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