Kinderhausalltag

Da ich nun schon öfter gefragt wurde wie so ein Kinderhaus-Alltag bei uns aussieht, will ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern.

Seit der Zeitumstellung ist es morgens etwas hektischer, das Herbstmädchen steht gegen 6:00 Uhr auf, dann umziehen, frühstücken, Brotzeit vorbereiten, Zähne putzen etc. Das dauert gut 1-1,5 Stunden. Sobald wir fertig sind, gehen wir nach draußen. Die Tiere werden gefüttert und die Hasis kommen in den Freilauf. Ab ins Auto und los. Meistens fährt morgens noch ein Mädchen aus der Nachbarschaft mit, die holen wir also vorher noch ab. Danach gehts 13km weiter in das wunderschöne (neue) Kinderhaus. Zwischen 8:00 und 8:30 kommen wir dort an.

Im Kinderhaus werden die Kinder von der Erzieherin und der Zweitkraft (ein Elternteil) begrüßt, ich bleibe meist noch ein paar Minuten. Ziehe dem Herbstmädchen die Hausschuhe an, begleite sie vielleicht noch auf die Toilette und quatsche kurz mit anderen Eltern oder der Erzieherin. Meistens packen das Herbstmädchen und ihre beste Freundin (die auch im Kinderhaus ist) gleich die Brotzeitboxen aus und frühstücken noch einmal.

Richtige Brotzeitpause ist dann um 9:00 Uhr, jedes Kind darf aber frei entscheiden ob es sich mit in die Küche setzt oder lieber spielt. Es gibt keine Vorgaben wer wann was zu spielen, malen oder basteln hat. Jeder darf selber entscheiden und spielen nach Herzenslust. Es gibt viel Montessori-Materialien, aber auch eine Puppenecke mit Küche, eine Bauecke mit Lego Duplo, Kugelbahnen, Ritterburgen, verschiedene Spiele, Puzzles etc. Alles was das Kinderherz begehrt. Die Kinder dürfen theoretisch auch jederzeit in den Garten. Im neuen Kinderhaus (das seit Ostern in Betrieb ist) ist der Garten allerdings noch nicht ganz fertig, somit steht ihnen aktuell nur ein kleiner Bereich vor dem Kinderhaus zu Verfügung. Aber immerhin frische Luft. Generell sind die Kinder sehr viel draußen, dort gibt es neben dem schwer beliebten Trampolin noch einen Sandkasten, einen Zirkuswagen, eine Vogelnestschaukel etc.

Immer wieder gibt es Themenwochen – die sich die Kinder selber aussuchen dürfen – sei es die Buchstabenwoche oder Farbenwoche, stille Woche und vieles mehr. Dazu auch Ausflüge auf einen Biobauernhof, Jahreszeitenfeste… Dazu wöchentliche Angebote wie eine Stunde Sport oder in den Wintermonaten Malen mit einer ortsansässigen Künstlerin.

Um 11:30 gibt es Mittagessen. Das wird jeden Tag frisch gekocht. (Meistens) vegetarisch und Bio. Danach wird wieder gespielt. Ich hole das Herbstmädchen meist gegen 12:15-12:30 und in den meisten Fällen schläft sie direkt im Auto ein und macht ein kleines Mittagsschläfchen.

Im Montessori-Kinderhaus gibt es für die Eltern immer viel zu tun. Sei es kochen oder putzen oder als Zweitkraft arbeiten. Auch der Umzug wurde fast komplett von den Eltern gestemmt. Ich finde das eine sehr schöne Lösung, so hat man immer ein bisschen Mitspracherecht und vor allem einen Einblick in den Alltag und weiß wie und mit wem sich das eigene Kind die Zeit vertreibt.

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Ein Kommentar zu “Kinderhausalltag

  1. Das klingt obertoll! So hätte ich mir Montessori hier bei uns auch gewünscht. Euer Kinderhaus sieht ja ziemlich „Waldorf“- angehaucht aus, oder?
    Bei uns hier war dort alles eher lieblos und „plastik“ und so gar nicht „öko“, als ich es mir angesehen habe. Ich mochte es einfach nicht.
    Deshalb wird es für uns wohl tatsächlich der Waldorf-KiGa, der hier nicht so sehr dogmatisch ist (viele Erzieher, die gar keine Waldorf-Ausbildung haben).
    Und da gibt es dann wieder andere Dinge… wie diese regelmässigen Abläufe, die denen wichtig sind… da finde ich Eures schöner. Essen, wenn den Kindern danach ist. Und spielen, wenn ihnen danach ist. Mag ich lieber.
    Aber nunja. Man kann nicht alles haben…

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