Bedürfnisse „stillen“

Ja, so ein Baby hat schon viele Bedürfnisse. Die eigenen werden immer (!) hinten angestellt. Zähne putzen, Frühstücken, Staub wischen? Alles nicht so wichtig. Schließlich hat das Baby die Windeln voll oder Hunger. Das geht immer vor. Und wenn das kleine Kind zufrieden ist, hat das große Kind vielleicht grad Mama oder Papa nötig.

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Was unser Zusammenleben sehr vereinfacht ist das stillen. Wer schon länger hier mitliest, weiß dass auch unser Herbstmädchen lange von mir gestillt wurde.

Stillen ist so viel mehr als Nahrung. Beruhigung, Geborgenheit, Nähe. Ich bin überaus froh und dankbar, dass beide Kinder sich so unkompliziert stillen ließen/lassen. Wir hatten so gut wie keine Startschwierigkeiten, ich habe genügend Milch und auch der Maikäfer scheint ein Profi zu sein. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Viele frischgebackene Mamas kämpfen in den ersten Wochen um jeden Tropfen, um jedes Gramm dass das Kind zunehmen soll. Oder mit Milchstau und Entzündungen.

Ich kann jeder Frau nur sehr ans Herz legen – sollte es Probleme geben: Lasst euch helfen. Entweder von einer Hebamme die euch unterstützt (oder nicht unter Druck setzt) oder einer Stillberaterin. Die könnt ihr unter LaLecheLiga oder AFS finden. Über das stillen habe ich schon einige Male berichtet. 

Heute wollte ich eigentlich davon erzählen, wie lange das Herbstmädchen in den Genuss kommen durfte.

Mit ca. 2 Jahren stillte das Herbstmädchen nur noch zum einschlafen. Mittags und Abends. Der Mittagsschlaf veränderte sich aber mit Beginn im Kinderhaus, denn sie schlief immer im Auto auf dem Heimweg ein. Somit hat sich das Mittag stillen ziemlich schnell erledigt. Und ich wurde schwanger. Trotzdem stillte das Herbstmädchen zum einschlafen weiter. Sie forderte es untertags nie ein und schien mit der Situation gut zurechtzukommen. Ich habe ihr die Brust aber nie verweigert. Als ich „beschlossen“ habe, sie nur noch zum einschlafen zu stillen (mit ca. 1,5) hat sie das gut akzeptiert und ließ sich sehr gut und schnell ablenken, sollte sie doch untertags das Bedürfnis verspüren. Uns kam sicherlich zu Gute dass sie einen gesegneten Appetit hat und gerne isst. Da war die Brust schnell vergessen. Zum einschlafen war es ihr aber heilig. Auch als ich in der Schwangerschaft gemerkt habe, die Milch wird weniger/ist vielleicht ganz weg und es schmerzt wenn ich sie anlege. Trotzdem wollte ich es ihr nicht verwehren, da die Situation mit meiner Schwangerschaft eh neu für sie war. Für mich war es ok und ich hätte sie durchaus die ganze Schwangerschaft gestillt und auch weiter wenn der Maikäfer da ist.

Im Januar aber ergab es sich, dass ich zwei Abende nicht zuhause war und der Liebste sie zu Bett gebracht hat. Den Tag darauf ihr MIittagschlaf ausfiel und sie bereits beim lesen ins Land der Träume schlummerte (Premiere) und den Tag darauf bei der Oma übernachten wollte. Also vier Abende nicht gestillt. Auf den fünften Abend war ich sehr gespannt. Wir gingen ins Bett und sie schlief wieder sofort nach der Gute Nacht Geschichte ein. Das schien es also gewesen zu sein. Mit unserer Stillbeziehung. Und tatsächlich fragte sie erst zwei Wochen später kurz vorm einschlafen wieder nach der Brust. Ich meinte „heute tut mir der Busen weh, versuch es ohne“ und schwupps, eingeschlafen. Ich war schon etwas wehmütig.

Ich dachte nie, dass es so unkompliziert geht, das Herbstmädchen abzustillen. Aber es hat geklappt und ich bin sehr glücklich damit. In der restlichen Schwangerschaft (gerade zum Ende hin) hat sie aber immer wieder gesagt, wenn das Baby da ist, möchte sie auch wieder „Busen trinken“, ich hab es ihr versprochen. Als es nun soweit war, meine Brüste nicht mehr schmerzen, durfte sie. Und…. konnte es nicht mehr. Unglaublich!! Ich war wirklich erstaunt, denn ich dachte nicht, dass das so schnell geht. Sie war ein bisschen traurig dass keine Milch kommt. Zum Glück funktioniert es sehr gut, wenn ich versuche auszustreichen. So bekommt sie also immer mal wieder ein Gläschen „Mamamilch“ und es schmeckt ihr sichtlich.

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6 Kommentare zu “Bedürfnisse „stillen“

  1. Ich finde es total schön wie du mit deinem Herbstmädchen umgehst im Bezug aufs Stillen. Ich bin auch eine“ Langzeitstillmama“. Meine Tochter ist jetzt 28 Monate und wir stillen nach Bedarf….zugegeben manchmal nervt es aber ich spüre das sie es noch brauch….also bekommt sie die „Nana“. Stillen ist mehr als Nahrung…übrigens finde ich deinen Block echt super und deine Einstellung toll .Hut ab wie ihr das alles meistert.
    Liebe Grüße
    Heidi

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  2. Wieder was gelernt. Danke ;) Mir war gar nicht bewusst, dass man so lange stillen kann. In meinem Freundeskreis waren 8 Mädels zeitgleich schwanger (alles Maikinder / 1 Junikind). Davon stillt keine einzige, weil es „uncool“ ist. Ich hab nur den Kopf geschüttelt. Aber gut, es lässt vermutlich für mich leicht reden, da ich kein Kind habe…

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  3. Meine Tochter stillte ich auch sehr lange, gut zwei Jahre lang. Das Abstillen ging ganz schleichend, irgendwann war’s vorbei – einfach so,ohne Probleme.
    Das Stillen erleichtert den Alltag mit Baby sehr, so empfand ich es auch.
    Jedoch hatte ich auch ein Kind, obwohl sie 3,5 Wochen zu früh kam und mit nicht mal 2500g, das sich problemlos stillen ließ. das ist ein riesen Vorteil.
    Ich kann auch nur jeder Mama, die gerne stillen möchte, raten, sich bei Problemen Hilfe zu holen.
    Ich wünsche Euch ein schönes Wochende
    Liebe Grüße
    Sabine, die gerade noch mal was bei dir in den Flohmarkt geschrieben hat.

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  4. Hallo,

    schön, dass es bei euch auch dieses Mal klappt.
    Bei der zweiten Runde habe ich es nicht mehr versucht, zu tief sind die Narben vom grenzenlosen Versagen meinerseits beim ersten Mal.
    Wenn man Flaschenkinder hat, ist allerdings das Entwöhnen viel leichter – unsere Zwillinge trinken seit sie 9 Monate alt sind nachts gar nichts mehr, brauchen entsprechend keine frischen Windeln und keine erneute Zahnpflege. Sie essen drei Breie, bekommen morgens ihre Milchmahlzeit (bald auch von der Kuh und nicht mehr dieses industrielle Zeugs) und das wars. Bei uns ist durch die Flasche das Kuscheln und Füttern klarer getrennt, zumal seit die Flasche dem Löffel gewichen ist. Ein winziger Vorteil, den ich habe und auch wirklich genieße.

    Liebe Grüße,

    Lamasus

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  5. Pingback: Weltstillwoche | Holzhütteneinblicke

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