Unsere Geburtsreise

Die Nacht war ziemlich ruhig, wie fast schon jede Nacht muss ich zwar 5 mal Pipi aber sonst keinerlei Beschwerden. Etwas enttäuscht Wache ich auf. Nach umziehen und Frühstück fahre ich das Herbstmädchen ins Kinderhaus – 13 km – dort treffe ich auf ein paar Papas die Nachfragen ob das Maikäferchen denn noch immer nicht geschlüpft ist ;) „nein, noch drin, vermutlich noch zwei Wochen“ sag ich. Beim einsteigen denk ich mir aber so, es zieht heut aber seeeehr arg. Hmm. Heimweg. Zuhause wieder ein ziehen. Ich setz mich Bissl an den pc, tippe noch einen Blogeintrag und schick dem Liebsten eine sms dass es heute aber immer wieder unangenehm zieht. 9:00. Ich räume Bissl rum und stelle mal das WehenApp an und stoppe die Zeit zwischen dem ziehen. 10-15 Minuten. Naja, vielleicht wirds ja was. Gegen 10 schick ich dem liebsten nochmal ne sms dass es unangenehm ist aber nicht schlimm und ich mal noch Bissl warte bevor ich die Hebamme Anrufe. 10:15 erste richtig lange Wehe die ich auch als solche einstufen würde. Es geht noch ohne veratmen aber nur noch stehend/gehend. Ich rufe die Hebamme an und frage sie nach ihrer Meinung und ob der liebste von der Arbeit losfahren soll (ausgerechnet an diesem Tag ist er 1,5 std Fahrtzeit entfernt). Sie meint, er soll gleich los. Die Geburt des Herbstmädchens hat ja insgesamt nur 6 std gedauert und nicht dass er zu spät kommt. Gesagt, getan, 2 min später sitzt der Liebste im Auto. Ich stoppe noch immer die Wehen die tatsächlich langsam zum veratmen sind. 7 min. Ich dusche gemütlich, packe die Tasche fürs Geburtshaus nochmal neu und gehe wieder nach unten. Der Bauch knurrt. Ich kann mich erinnern dass die hebi meinte solange man noch essen will/kann geht’s noch nicht los. Hmm, ich hole die kalte Pizza vom Vorabend aus dem Kühlschrank, beiße ab und lass den Rest liegen. Nein, essen ist nicht mehr. 4-5 min wehenabstand. Der Liebste kommt und isst die restliche Pizza. Kalt. Ich rufe nochmal die Hebamme an und sage mir wäre recht wir könnten jetzt los, sonst wird das Autofahren sehr grausam. Ja, los mit euch, ich warte hier. Gut. Also los. Im Auto (25 min Fahrtzeit) „nur“ drei Wehen und mein Hirn rattert. Was wenn wir zu früh dran sind, da blamieren wir uns etc.. Bescheuert, ich weiß. Zwischenzeitlich haben wir die Oma verständigt, die das Herbstmädchen holen und bespaßen wird. 12:15 Ankunft im gh – kurz soll ich ans ctg. Da nur wenige Wehen, zwischendurch ist Zeit zu quatschen und mein Hirn rattert wieder. Die Wehen sind im stehen gut auszuhalten. 20 min später gehen wir in den „Kreissaal“ und die Hebamme guckt nach was der Muttermund macht. 5cm und Köpfchen schön tief. Das beruhigt mich so sehr und ich bin voller Tatendrang und motiviert. Denn bis dahin habe ich nicht geglaubt es geht wirklich los. In Gedanken spreche ich zum Maikäfer dass unsere Geburtsreise wirklich schon begonnen hat und wir das zusammen gut schaffen werden. 13:00. Ich wehe vor mich hin, quatsche zwischendurch mit der Hebi und dem Liebsten. Gehe gefühlt 10 mal Pipi machen.  
Ich warte auf den Blasensprung, aber nix. 14:30 die Wehen werden deutlich stärker und kommen alle zwei Minuten. Die Pausen nutze ich um kraft zu sammeln. Ab jetzt ist die Hebamme die ganze Zeit im Zimmer und quatscht mit dem Liebsten während ich veratme. Ich muss das gerade alleine machen und möchte nicht das wer neben mir steht. 15:00 ich möchte nochmal Pipi machen, Klo besetzt. Auf dem Rückweg habe ich Gefühl ich möchte in den Vierfüßler vor das Bett wechseln. Dort untersucht mich die Hebamme nochmal und sagt „er schiebt rasant nach unten, hör auf dein Gefühl und mach was dein Körper dir sagt“ ich bin erstmal verwirrt und kann noch nicht locker lassen. Sind das schon Presswehen? Nach zwei/drei Wehen in der Position sagt sie, lass es laufen, mach dich ganz locker. Und da merke ich es verändert sich plötzlich. Da ist ein Druck und ich will mitschieben. Der liebste sitzt vor mir am Bett und ich Kralle mich in ihn und schreie. Nach zwei Presswehen meint die hebi wir könnten auf den Hocker wechseln. Ok. Dort dann eine Mega Presswehe, ich schiebe und schnaube und mache das was die Hebamme mir sagt. Es hilft. Noch eine wehe, es zerreißt mich fast so habe ich das Gefühl. Es wird warm und nass, fruchtblase geplatzt. Und noch mit der gleichen Wehe kommt der ganze Maikäfer angerauscht. Ganz nass und runzelig liegt er auf meinem Bauch. Wir begrüßen ihn und können es nicht fassen. 15:27 und die Welt ist um einen Schatz reicher ❤️ die Nabelschnur pulsiert noch, während sich schon die Geburt der Plazenta ankündigt. Als diese da ist, gratuliert uns die Hebamme und zieht sich kurz zurück. Nach ein paar Minuten dürfen wir schon in das schöne Familienzimmer wechseln und uns dort kennenlernen. Erst über eine Stunde später kommt eine weitere Hebamme um das Maikäferchen kurz anzusehen zu messen und zu wiegen. Klein und kompakt ist er. 3770 Gramm, 51 cm und 37 cm kopfumfang. Das erste stillen direkt nach der Geburt klappt prima, er scheint ein Naturtalent zu sein. Wir sind noch immer überwältigt und können unser Glück kaum fassen. Die Hebamme bringt noch ein kleines Stück Plazenta das ich mit Wasser runter spüle. Danach werden wir nicht mehr gestört und können es einfach nur genießen. Eine traumhafte Geburt mit einer traumhaften Hebamme an der Seite, die ich jeder Frau wünsche ❤️   

Liebes Maikäferchen

Wir warten ganz sehnsüchtig auf dich. Alles ist bereit, wir stehen in den Startlöchern. Aber du darfst dir natürlich die Zeit nehmen die du brauchst. Such dir deinen Geburtstag selber aus, wir freuen uns schon sehr auf dich, auf die Geburt, auf unseren ersten Moment.

Eine gute Bekannte hat mir vor kürzlich sehr bewegende Zeilen geschickt, ich möchte sie gerne mich euch teilen:

„Die sanfte Geburt“ 

Vor dem Augenblick der Geburt,

diesem so empfindsamen Moment,

sollten wir die allergrößte Hochachtung haben.

Hier geschieht etwas, das so wenig greifbar ist,

wie das Erwachen am Morgen.

Das Kind ist auf der Schwelle zwischen zwei Welten.

Es zögert…

Nicht stören. Warten. Es ist die Morgendämmerung.

Störe nicht jenes Morgenrot, das sich großartig

und majestätisch über alles breitet. Warte, warte.

Wie langsam, wie gewichtig vollzieht sich der Übergang.

Dieses Kind erwacht zum ersten Mal.

Es ist noch mit einem Fuß im Reich der Träume,

der andere stößt schon an die Bettkante.

Es verläßt die Ewigkeit und springt in die Zeitlichkeit:

Das Kind hat begonnen zu atmen.

Frédérik Leboyer

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letzte Vorbereitungen für das Maikäferchen

Es ist eigentlich alles soweit bereit. Ein paar – wenige – Wochen sind noch bis zum ET. Wer weiß ob es noch eine oder noch fünf Wochen dauert. Alles ist möglich.

Da ich seit dem Wochenende immer wieder unangenehmes Bauchzwicken habe (vermutlich allerdings Senkwehen), bin ich froh dass soweit alles fertig ist.

Das Schlafzimmer haben wir bereits vor ein paar Wochen umgebaut (bisher sah es so aus), ich bin nicht ganz glücklich, weil die Lichtschalter beispielsweise einfach für eine andere Stellweise des Bettes ausgerichtet sind, aber insgesamt passt es schon so. Anders wär es einfach platztechnisch nicht möglich.

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Der Wickelplatz ist soweit vorbereitet, nur der Aufsatz muss noch rauf, aber das ist schnell gemacht und reicht wenn das Maikäferchen dann da ist.

Die Tasche für das Geburtshaus ist bereits gepackt und da ich auf Instagram gefragt wurde, was ich alles eingepackt habe, hier meine kleine Liste:

  • Essen und Trinken (Nervennahrung quasi) für den Liebsten und mich
  • Geburtsöl/Dammmassageöl
  • Trägershirt (ich habe bei der letzten Geburt soooo geschwitzt, das ich mich bei den Presswehen komplett nackig gemacht hab)
  • dicke Socken, Strickjacke, Toilettenartikel (Zahnbürste/Zahncreme/Seife/Kokosöl)
  • bequeme Baumwollunterhosen, Leggins, Shirts etc.
  • Unterlagen wie Versichertenkarte, Mutterpass, Personalausweis, Familienstammbuch
  • Geburtsplan für den schlimmsten aller Fälle (Verlegung ins Krankenhaus etc)
  • rotes Tuch für das Maikäferchen nach der Geburt. Das Herbstmädchen hatte die ersten Tage überhaupt keine Klamotten an, ich denke dieses Mal werden wir das genauso machen und erst für die Heimfahrt etwas anziehen
  • Dazu habe ich zwei Wolle/Seide Bodies eingepackt, eine WS Hose, Schurwollstrumpfhose, Schlüttli aus Merinowolle, ein paar Ökowindeln (mit den Stoffwindeln beginnen wir in aller Ruhe zuhause), Mütze, dicke Wollsocken
  • Babyschale, Tragetuch
  • und.. bequeme Klamotten für den Liebsten

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Das Herbstmädchen wird – bei Wehenbeginn zur Oma gehen (oder sollte es Nachts losgehen, die Oma zu uns) und ist somit erstmal versorgt. Ein Glück hat der Liebste ab Geburt direkt vier Wochen frei. Ich denke das hilft uns allen gut, um uns mit der neuen Situation vertraut zu machen. Anzukommen. Und das Wochenbett zu genießen.

Ansonsten gibt es ein paar Kleinigkeiten die ich noch besorgen möchte oder mich noch etwas informieren will.

Wir möchten beispielsweise kein Vitamin K prophylaktisch nach der Geburt geben. Es gibt eine Alternative, die werde ich noch diese Woche mit der Hebamme besprechen.

Außerdem überlege ich Globulis aus der Plazenta machen zu lassen (hat damit jemand Erfahrung? Ich freue mich über ein kurzes Feedback) und auch nach der Geburt ein Stück Plazenta zu „essen“. Das soll die Nachwehen erträglicher machen. Ich finde das auch keinesfalls eklig oder dergleichen. Die Plazenta kommt dann  natürlich wieder mit nach Hause und wir pflanzen darauf einen Baum für das Maikäferchen. Wie auch schon für das Herbstmädchen. 

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Kugelrunde 37. Schwangerschaftswochen

Heute startet die 37. Schwangerschaftswoche. Nicht mehr lange, dann ist das Maikäferchen hier bei uns. Ich kann es kaum erwarten. Dieses kleine runzelige Wunder kennnenzulernen. Und auch ein klein wenig weil es langsam echt mühsam und anstrengend wird. Puh.

Die Natur hat das schon sehr schlau eingerichtet. Wenn es dem Ende zugeht, wird es anstrengend. Alles schiebt und drückt und zwickt. Dazu wird man so unglaublich unbeweglich, jede Bewegung will wohl überlegt sein. Ständige Pipipausen und sämtliche andere kleine Wehwehchen. Insgesamt sicher alles sehr erträglich und dennoch wünscht man sich zum Ende hin, es möge vorbei sein und man dürfe sein Wunder ganz schnell in den Armen halten.

Trotzdem liebe ich meinen Bauch sehr. Am Abend hat der kleine Mann im Bauch seine Schluckaufstunde und hüpft im Bauch auf und ab. Ein Wunder. Immer und immer wieder… 

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Ganz schön gewachsen

Puh, 115 cm Bauchumfang Mitte 35. Woche. Das kleine Maikäferchen hat schon ca. 2800 Gramm und ist top entwickelt.

Ich hab da mal was rausgekramt. Herbstanfang 13. Woche – Frühlingsanfang 34. Woche. Irre, oder? Was so ein Körper alles leisten kann. Ich staune immer wieder!

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34. Schwangerschaftswoche

Endspurt – die letzten 6 Schwangerschaftswochen sind angebrochen. Plötzlich wird mir bewusst, dass es wirklich nur noch wenige Wochen sind, bis wir unseren Schatz in Armen halten dürfen.

Kurzzeitig hat mich eine Panik erfasst, „aaahhh, ich habe noch nichts vorbereitet“. Diese Woche habe also endlich die komplette Babywäsche gewaschen, die Windeln vorbereitet und einsortiert und angefangen die Tasche für das Geburtshaus zu packen. Ausgewählte Lieblingsstücke durften schon in die Tasche.

Meine Füße sind längst verschwunden – der Bauch ist wirklich ganz gewaltig. Erst heute ha ich das wieder von Außenstehenden gehört. Und ich finde auch, es ist ne ordentliche Kugel. Gerade geht es mir zum Glück aber wieder sehr gut. Sicher geht alles gerade langsamer und weniger. Aber insgesamt habe ich wenig bis kaum Beschwerden und bin froh noch so einiges zu schaffen. Ob im Garten oder Haus. Der Terminkalender für die nächsten Wochen ist gut gefüllt (zum Glück mit vorwiegend sehr schönen Sachen) und sobald das Wetter nun endgültig besser ist, kann auch endlich die Gartensaison voll starten.

Das Herbstmädchen ist mal total euphorisch und freut sich auf ihren kleinen Bruder und mal sagt sie „ich mag das Baby nicht, das ärgert mich“ … Ich glaube so wird das auch sein, wenn unser Maikäferchen hier ist. Mal findet sie das Baby toll und dann wieder sicher gar nicht so toll. Aber das wird wohl ziemlich normal sein. So geht es mir mit meiner Schwester noch heute ;)

Laut meiner tollen Hebamme beginnen nun auch die konkreten Geburtsvorbereitungen. Dammmassage. Ab nächster Woche dann Akupunktur, in der 36. Woche Termin bei der Osteopathin und eine Darmkur.

 
 Übrigens auf einem meiner Lieblingsblogs findet ihr tolle Tipps zum Wochenbett

 

Mutterliebe

 „Die Liebe einer Mutter
teilt sich nicht zwischen den Kindern,
sie vervielfältigt sich“
(Mutter Theresa)

Ich hatte letzte Woche wundervollen Besuch meiner Lieblingsfotografin, die nicht nur unglaubliche schöne Bilder macht sondern auch noch ein ganz besonderer Mensch mit tollen Ansichten ist. Liebe Nicole, es war mir ein Freudenfest!!!

Ein paar Fotos hat sie schon zum spicken veröffentlicht, ich mag sie gerne mit euch teilen:

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Auf Facebook findet ihr ihre Seite hier.

32. Schwangerschaftswoche

Puh, gerade befinde ich mich in der Phase „ich mag nicht mehr“. Ich denke zwar es geht wieder bergauf aber gerade finde ich schwanger sein und Kleinkind haben sehr sehr mühsam und anstrengend. Jeder Schritt ist beschwerlich. Ob ich in das Obergeschoss gehe, überlege ich mir zweimal. Schuhe anziehen, eine Herausforderung. Ab dem späten Nachmittag drückt und schiebt und  zwickt der Bauch ganz arg und ich muss viele Pausen einlegen. Gefühlt gehe ich alle zehn Minuten auf die Toilette und esse quasi durchgehend.

Aber es gibt auch diese wunderschönen Momente. Wenn ich spüre wie unser Maikäferchen ganz argen Schluckauf hat und sogar der Liebste oder das Herbstmädchen es von außen erfühlen können. Das Herbstmädchen meinte die Tage mal „wenn das Baby rausgekrabbelt kommt, dann halt ich es ganz fest“. Da schmelze ich ja dahin.

Die Vorfreude auf dieses kleine Wunder ist schon sehr groß, auf allen Seiten. Die Tage möchten wir mal soweit alles vorbereiten, Bett aufbauen, Tasche für das Geburtshaus vorbereiten, Windeln waschen, Babyklamöttchen sortieren. Man weiß ja nie wann es dann im Endeffekt losgeht.

Unglaublich, dass es nur noch 7,5 Wochen sein sollen…

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